Freitag, 28. Mai 2010

Kernzone Donntal - Lange Steige im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Die Kernzone Donntal - Lange Steige ist eine von zur Zeit 27 Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

In den Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb besteht Prozessschutz. Die Natur soll sich dort ohne Beeinflussung durch den Menschen entwickeln können. Die Kernzonen des Biosphärengebiets entsprechen somit den Bannwäldern gemäß Landeswaldgesetz von Baden-Württemberg. 

Die Kernzone hat eine Größe von 105,6 Hektar. Gemäß dem Entwurf einer Wegeverordnung zu den Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb gibt es im gesamten Verlauf des Tals Lange Steige nur einen zugelassenen Weg. Alle anderen Wege einschließlich der noch verbliebenen Forststraßen im Gebiet sind zukünftig für die Öffentlichkeit gesperrt.

Das Tal Lange Steige befindet sich unmittelbar südlich der Ortschaft Lenningen-Schlattstall und verläuft vom Talboden des Lenninger Tals bis hinauf zur Hochfläche der Schwäbischen Alb. Die Begehung des Wegs im Verlauf des Tals Lange Steige ist in der unteren Hälfte vergleichsweise einfach, im mittleren Teil jedoch schwierig und im oberen Teil erneut einfach.


Einige Dinge vorab: Ich kann für den Weg durch das Tal Lange Steige keine Haftung, auch nicht bei Unfällen, übernehmen. Der Weg ist zwar gemäß der Wegeverordnung geöffnet. Zur Zeit wird der Weg jedoch nicht instandgehalten. Seine Begehung ist teilweise mühsam und nur für geübte Wanderer machbar. Gutes und wasserdichtes Schuhwerk ist unerlässlich. In der Schlucht der Langen Steige gibt es keinen Handyempfang. Deshalb muss ich davon abraten, diesen Weg alleine zu begehen.

Jetzt aber genug der unvermeidlichen Warnhinweise. Denn letztendlich will man ja in das Biosphärengebiet und seine Kernzonen gehen, um großartige und vielerorts nicht mehr vorhandene Natur zu erleben. Und in dieser Hinsicht wird man in der Langen Steige nicht enttäuscht. Die absolute Weltenferne dieses Tals steht im Kontrast zu seiner unmittelbaren Nähe zu einem der größten Verdichtungsräume Deutschlands.

Im unteren Teil der Kernzone Lange Steige spürt man bereits einen Hauch von Wildnis.

Ich versuche jetzt, eine genaue Wegbeschreibung zu geben, denn ein Verlaufen in der Talwildnis ist bei den gegebenen Wegverhältnissen nicht ausgeschlossen.

Südlich des Orts Lenningen-Schlattstall befindet sich ein ausgeschilderter großer Wanderparkplatz. Dieser Parkplatz hat den Vorteil, dass er sich bereits im untersten Tal Lange Steige befindet. Man braucht also vom Parkplatz nur noch im Verlauf des Forstwegs bergauf zu gehen. Schlattstall hat auch Busanschluss.

Die Kernzone Lange Steige beginnt beim weißen Schild für den Walddistrict / Waldabteilung  28/2 Edelmannsberg. Sofort spürt man, dass jetzt ein wenig Wildnis herrscht. Bald sieht man rechts vom Weg oben einige Felsen, von denen sich naturschutzfachlich sehr wertvolle Geröllhalden ins Tal ziehen. Im weiteren Verlauf wird der Weg schmäler und augenscheinlich von temporär auftretendem Fließwasser immer mehr in Mitleidenschaft genommen. Nach einiger Zeit erreicht man einen hölzernen Jägerhochsitz.

Jetzt heißt es, noch einmal in sich zu gehen. War die bisherige Wegstrecke bereits relativ schwierig und ist man bereits außer Atem? Dann sollte man hier umkehren und die großartige Landschaft auf dem Rückweg noch einmal auf sich wirken lassen. Ist jedoch der Abenteuergeist jetzt erst richtig geweckt, kann man vorsichtig weitergehen. Aber Achtung: ab jetzt geht es so richtig zur Sache.

Ab dem Jägerhochsitz hat man für den mittleren Teil der Schlucht eine Alternative. Entweder man hält sich streng an den Grund der Schlucht (rechts vom Jägerhochsitz). Oder man steigt links vom Jägerhochsitz ca. 15 Meter über die Schlucht an und folgt einem Weg stets ca. 15 Meter über der Schlucht. Beide Variaten sind gleich schwierig. Bei beiden Varianten sind umgefallene Bäume zu übersteigen und beide Varianten erfordern Trittsicherheit. 

Am Ende der engen Schlucht beim Schild 28/1 Spitalberg kommen beide Varianten wieder zusammen. Im oberen Drittel teilt sich das Tal. Der linke, nach Osten streichende Talarm ist nicht mehr begehbar. Der zugelassene Weg führt nach rechts in den rechten, nach Süden streichenden Talarm. Man quert den trockenen Bachlauf und erreicht nach wenigen Metern einen überraschend guten Weg. Achtung: diesen Punkt muss man sich für den Rückweg merken. Man folgt nun weiter dem Tal, erreicht beim Schild I/4 Strohweiler Brunnen eine Forststraße und folgt ihr weiter im Talgrund. Dort wo die Forststraße in einer großen Rechtskehre das Tal verlässt, geht man auf schmalem Weg weiter geradeaus und erreicht bald den Waldrand, der gleichzeitig die Grenze der Kernzone Lange Steige ist.

Jetzt befindet man sich auf der Albhochfläche in einer Agrarlandschaft, was für ein Gegensatz! Von hier oben aus würde man keinen Cent darauf wetten, dass durch den undurchdringlich erscheinenden Wald eine Wegspur hinunter nach Schlattstall führt. Sollte man während des Anstiegs bestimmte Punkte mit Fähnchen oder Taschentüchern markiert haben, nimmt man diese Dinge beim Abstieg wieder mit. Denn nachfolgende Kernzonen-Enddecker wollen auch noch eine wilde Natur vorfinden.

Hier gibt es eine Übersicht über die Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Kernzonen befassen, verlinkt.

Das Lenninger Tal mit der Burg Teck ist eine der Top-Regionen der Schwäbischen Alb. Hier gibt es eine Übersicht über das Lenninger Tal mit der Burg Teck. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit diesem Gebiet befassen, verlinkt.       
Geröllhalden in der Kernzone Lange Steige
 
Mit zunehmendem Anstieg wird die Schlucht der Langen Steige immer wilder.
Bei diesem Jägerhochsitz sollten weniger geübte Wanderer umkehren. Hartgesottene wählen für den Weiterweg zwischen der Variante durch die Schlucht (rechts) und der Variante 15 Meter über der Schlucht (links vom Hochsitz).
Nicht der gesamte Weg durch die Schlucht ist so schwierig wie auf dem Bild. Aber ständige Vorsicht ist auf jeden Fall angesagt.
Diese Schlucht ist eine grüne Hölle. 

Auch die Wegvariante 15 Meter über der Schlucht ist nicht frei von Hindernissen.
Der östliche der beiden Talarme im Oberlauf der Langen Steige ist nicht mehr begehbar.

Am Ende der Schlucht kommt man auf die Albhochfläche und in agrarwirtschaftlich genutztes Gebiet.

Aktualisierung vom 04.09.2011
Der Weg durch die Lange Steige ist inzwischen wieder instandgesetzt worden. Seit dem 22. Mai 2011 ist der Weg in Betrieb. Auch für den instandgesetzten Weg sind jedoch rutschfeste Schuhe erforderlich. Im mittleren Abschnitt ist der Weg sehr matschig. Von der Albhochfläche her ist die Abzweigung des Wegs jetzt beschildert.

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