Mittwoch, 3. September 2014

Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch im Biosphärengebiet Schwäbische Alb bei Gomadingen

Die Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch ist eine von zur Zeit 27 Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

In den Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb besteht Prozessschutz. Die Natur soll sich dort ohne Beeinflussung durch den Menschen entwickeln können. Die Kernzonen des Biosphärengebiets entsprechen somit den Bannwäldern gemäß Landeswaldgesetz von Baden-Württemberg.   
Die Kernzone erstreckt sich über eine Fläche von 93,7 Hektar.

Wenn die Kernzonen des Biosphärengebiets, die sich am Albtrauf befinden, wenigstens eine gewisse kleine Bekanntheit aufweisen, sind die Kernzonen auf der Albhochfläche nahezu unbekannt. Das gilt auch für die Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch, die sich westlich des Tals der Großen Lauter und am südlichen Rand des Gemeindegebiets von Gomadingen befindet.


Es gibt für alle Kernzonen des Biosphärengebiets eine Allgemeinverfügung des Regierungspräsidiums Tübingen, die die für die Öffentlichkeit zugelassenen Wege in der jeweiligen Kernzone beschreibt. Für die Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch zeigt diese im Jahr 2010 erlassene Allgemeinverfügung zwei zugelassene Pfade, die in die Kernzone hineinführen. Allerdings ist von diesen Pfaden vor Ort im Jahr 2014 nichts mehr zu sehen. Auch auf den Karten, die am Rand der Kernzone vor Ort aufgestellt sind, sind diese Pfade nicht mehr eingetragen.

Somit zeigt sich am Beispiel der Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch, dass die Zahl der Wege in den Kernzonen eher kleiner als größer wird. In der für das Jahr 2015 zu erwartenden Überarbeitung der Allgemeinverfügung werden jedenfall die beiden Pfade nicht mehr zu finden sein. Somit kann man die Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch nur noch vom Rand aus betrachten.

Lohnt sich unter diesen Umständen ein Besuch der Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch überhaupt? Ganz eindeutig ja. Denn ein Besuch der Kernzone führt in eine traumhafte Alblandschaft, die man sonst vielleicht niemals gesehen hätte. Die Kernzone wird durch das Pfaffental in zwei Teile geteilt. Das Pfaffental zählt zu den schönsten Trockentälern weit und breit. Der Gegensatz von Waldflächen, die sich auf dem Weg zum Urwald befinden, und Wiesenflächen sowie Wacholderheiden ist äußerst reizvoll.

Wie kommt man hin?
Über die L 249 fährt man von Gomadingen in Richtung Süden am Landgestüt Marbach vorbei und durch den Ortsteil Dapfen hindurch, bis die L 249 nach rechts in Richtung Eglingen auf die Albhochfläche abzweigt. Hier biegt man rechts ab. Jetzt heißt es aufpassen. Ca. 100 Meter nach dieser Abzweigung biegt man halbrechts von der L 249 auf einen unbeschilderten Waldweg ab. Nach ca. 530 Meter erreicht man am Ende des für den öffentlichen Verkehr zugelassenen Bereichs den Wanderparkplatz Pfaffental. Von den zahlreichen Alb-Ausflüglern, die man im Bereich des Albtraufs oft antrifft, ist hier überhaupt nichts mehr zu sehen.

Im Gebiet unterwegs
Eine Übersichtstafel über die Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch findet sich gleich unterhalb des Wanderparkplatzes Pfaffental am Rand der Straße, über die man hergekommen ist.

Es empfiehlt sich eine Wanderung durch das Pfaffental und anschließend ein Anstieg zum Westrand des Geichenbuchs. Zunächst folgt man also dem Pfaffentalweg durch das Pfaffental und blickt hierbei auf die Kernzone zu beiden Seiten des Tals. Nach ca. 1,7 Kilometern ab dem Parkplatz kommt man zu einer wichtigen Wegverzweigung mit Fahrrad-Wegweisern. Ab hier geht man noch 200 Meter geradeaus weiter. Dann zweigt man halblinks auf die zunächst asphaltierte Schmalzpfeffersteige ab, die aus dem Pfaffental herausführt. Ca. 300 Meter nach dieser Abzweigung beginnt auf der linken Wegseite die Kernzone Geichenbuch. Man folgt dem Weg weiter aufwärts und hat bald einen Traumblick nach Norden zum Sternberg bei Gomadingen. Man folgt dem Weg weiter, bis er in den Wald eintritt und einen Rechtsbogen macht. Hier sieht man eine zweite Informationstafel zur Kernzone. Der Rückweg ist wie der Hinweg. Die Weglänge hin und zurück ist ca. 5,8 Kilometer.            

Hier gibt es eine Übersicht über die Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Kernzonen befassen, verlinkt.

Der Planausschnitt zeigt die Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch des Biospärengebiets Schwäbische Alb (violette Farbe). Man sieht gut die Zweiteilung der Kernzone. Zwischen den beiden Teilen erstreckt sich das Pfaffental, ein wunderschönes Trockental. Der Wanderparkplatz Pfaffental ist mit dem "P" rechts unten im Kartenausschnitt gekennzeichnet.
An mehreren Stellen am Rand der Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch finden sich Tafeln, die auf die Kernzone hinweisen.
Die Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch kann man nur vom Rand her ein wenig betrachten. Es gibt keinen öffentlich zugelassenen Weg in die Kernzone hinein.
Schilder dieses Typs finden sich am Rand der Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch dort, wo sichtbare und noch nicht zugewachsene Wege in die Kernzone hineinführen.
Dieses Schild befindet sich an einer Stelle, an der ein Weg in Richtung Kernzone abzweigt und am Rand der Kernzone endet.
Schöner, alter Buchenwald in der Kernzone Jörgenbühl-Geichenbuch des Biosphärengebiets Schwäbische Alb
Felsen in der Kernzone Jörgenbühl des Biosphärengebiets Schwäbische Alb
Das Pfaffental befindet sich zwischen den beiden Teilen Jörgenbühl und Geichenbuch der Kernzone. Das Pfaffental mit seinen Wacholderheiden gehört zu den schönsten Trockentälern der Schwäbischen Alb.
Blick vom Rand der Kernzone Geichenbuch in Richtung Norden zum Sternberg bei Gomadingen

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