Freitag, 18. Dezember 2009

Kaum mehr neue Wege auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen


Der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen befindet sich im Zentrum des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. 

Dies darf jedoch nicht verwechselt werden mit dem Begriff der Kernzone des Biosphärengebiets. Die gemäß den Vorgaben der Unesco erforderliche Fläche von mindestens drei Prozent Kernzonenanteil wird beim Biosphärengebiet Schwäbische Alb dadurch erreicht, dass über das gesamte Gebiet verstreut viele kleine Kernzonen ausgewiesen worden sind.

Auf dem Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes Münsingen sind durch eine Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen 13 öffentliche Wege ausgewiesen worden. Das Betreten der übrigen Wege ist nicht gestattet. Immer wieder lag und liegt die Frage im Raum, ob und welche Wege zukünftig noch auf dem Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Bei der Veröffentlichung der endgültigen Verordnung zu den Wegen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen (die bisherige Verordnung war vorläufig) hat das Regierungspräsidium Tübingen jetzt jedoch deutlich gemacht, dass bis auf eine Ausnahme keine weiteren Wege mehr geöffnet werden. Das ist dann doch eine Überraschung.

Dabei gäbe es aus Sicht der Wanderer durchaus verschiedene Wegeverbindungen, deren Öffnung wünschenswert wäre. So fehlt eine direkte Anbindung des Bad Uracher Stadtteils Seeburg von Westen her an das Gelände. Im Osten gibt es von Heroldstatt-Ennabeuren aus keine Verbindung zum Wegenetz des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Auch von Breithülen im Südosten oder von Magolsheim im Süden des Geländes wären Wegeverbingungen wünschenswert.

Der Hinderungsgrund für das Öffnen weiterer Wege ist jedoch nicht der große Aufwand, der für das Räumen der Wege von Munitionsresten oder chemischen Verschmutzungen erforderlich ist. Es ist der Natur- und hier insbesondere der Vogelschutz, der es angeraten sein lässt, die bestehenden Flächen innerhalb des ehemaligen Truppenübungsplatzes nicht weiter durch öffentliche Wege zu zerschneiden. So besitzt die Heidelerche auf dem Truppenübngsplatz ihr größtes Vorkommen in Baden-Württemberg. Der im Gebiet vorkommende Steinschmätzer soll sogar nur noch sieben Brutpaare in Baden-Württemberg haben.

Die Wünsche der Wanderer müssen hinter diesen Erfordernissen des Vogelschutzes zurückstehen. Das muss man akzeptieren. Immerhin wurde der Weg durch das Brucktal im Nordwesten des Gebiets jetzt dauerhaft geöffnet, nachdem dieser Weg in der bisherigen Verordnung nur auf Probe geöffnet war. Augenscheinlich haben sich die Wanderer entlang des Wegs so verhalten, dass die seltene Flora und Fauna im Brucktal nicht beeinträchtigt wurde. Und ein weiterer Weg, es wäre der vierzehnte, wird vielleicht in den nächsten Jahren doch noch geöffnet, nämlich der Weg von Ennabeuren im Osten in den Platz hinein. Voraussetzung ist, dass es gelingt, den Steinschmätzer in diesem Gebiet auf benachbarte Areale zu locken, die etwas abseits der zukünftigen Wegeverbindung stehen.

Aber ich bin sicher, dass viele Menschen die bereits geöffneten 45 Kilometer Weg noch nicht oder wenigstens noch nicht vollständig abgewandert sind. Somit wird es im allgemeinen auch zukünftig keine Langeweile bei der Erkundung der Natur auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz geben. Auch in diesem Blog will ich demnächst mal wieder einen der Wege vorstellen.


Hier gibt es eine Übersicht über den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem ehemaligen Truppenübungsplatz befassen, verlinkt. 

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