Samstag, 24. Januar 2015

Weitwanderweg Albtraufgänger im Landkreis Göppingen ist Qualitätsweg Wanderbares Deutschland


Der Deutsche Wanderverband hat Ende 2014 den Weitwanderweg Albtraufgänger im Landkreis Göppingen zertifiziert. Der Weg darf jetzt das Label Qualitätsweg Wanderbares Deutschland führen. Die Verleihung der Urkunde erfolgte bei der Messe CMT am 17.01.2015 in Stuttgart.

Den Weitwanderweg Albtraufgänger gibt es bereits seit einigen Jahren. Der Weg erfüllte in der Anfangszeit nicht die Kriterien, die man heutzutage an einen Weitwanderweg stellt. Die Markierung und Beschilderung waren unvollständig und nicht zufriedenstellend. Das hat sich jetzt wesentlich geändert. Unter anderem hat der Verband Region Stuttgart im Jahr 2014 im Rahmen des Projekts Landschaftspark Region Stuttgart 25.000 Euro für die Verbesserung des Weitwanderwegs Albtraufgänger bewilligt.


Der Weitwanderweg Albtraufgänger ist ca. 100 Kilometer lang und umfasst sechs Tagesetappen. Startpunkt des Wegs ist der Ort Wiesensteig im obersten Filstal. Endpunkt ist in Bad Ditzenbach-Gosbach. Damit beschreibt der Weg fast einen Kreis entlang des Albtraufs im Landkreis Göppingen. Die kurze Lücke von 5,5 Kilometern zwischen dem Start- und Endpunkt des Wegs kann man mit einem anderen Wanderweg überbrücken, dem sogenannten Goißatälesweg. Man kann den Albtraufgänger in beiden Richtungen begehen.

Am Beginn einer jeden Etappe wurde eine Informationstafel aufgestellt, die eine Karte des gesamten Wegs, Höhenprofile und weitere Informationen zum Albtraufgänger beinhaltet. Das Markierungszeichen des Albtraufgängers ist ein geschwungenes schwarzes T (Albtraufgänger) auf gelbem Grund. Es gibt darüber hinaus auch noch an wichtigen Wegstellen eine Beschilderung mit der Angabe des Standorts sowie der nächsten Ziele und der Entfernungen. In den kommenden Monaten soll dem Albtraufgänger ein weiteres Label zuerkannt werden. Als erster Weitwanderweg in Baden-Württemberg soll dieser Weg von der Europäischen Wandervereinigung das Label "Leading Quality Trails - Best of Europe" erhalten.

Erfahrungsbericht und Kommentar
Eine Inaugenscheinnahme im Januar 2015 des Albtraufgängers in Geislingen/Steige, dem Startpunkt der fünften Tagesetappe, ergab nicht durchwegs zufriedenstellende Resultate.

Zunächst mal das Positive: Die Markierung des Wegs ist nun wirklich perfekt und lässt keine Wünsche mehr offen. Alle paar Meter ist das Wegzeichen des Albtraufgängers nun auf Masten, Mauern und Bäume gemalt oder mit einem Schild aufgebracht.

Jetzt aber zu den weniger angenehmen Dingen: Auf der Internetseite der zuständigen Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf heißt es, dass die fünfte Etappe des Albtraufgängers vor der Evangelischen Stadtkirche in Geislingen an der Steige beginnt. Begibt man sich z.B. vom Bahnhof über die Fußgängerzone dorthin, sieht man zwar relativ schnell das Markierungszeichen des Albtraufgängers. Von einer Infotafel und von einer Beschilderung des Wegs ist dort jedoch keine Spur.

Die Infotafel sieht man erst, wenn man intensive Nachforschungen vor Ort betreibt. Sie befindet sich ca. 150 Meter nordöstlich der Stadtkirche an der Einmündung Helfensteinstraße / Rosenstraße, noch im Verlauf der vierten Etappe des Albtraufgängers. Niemand würde auf die Idee kommen, dorthin zu gehen, wenn man die fünfte Etappe des Wegs gehen will.

Noch gravierender ist das Fehlen jeglicher Beschilderung in Geislingen. Es müsste doch in Gottes Namen möglich sein, dass wenigstens am Beginn einer jeden Etappe ein Wegweiserschild aufgestellt wird, das über die nächsten Ziele und die Entfernungen sowie über den Wegnamen informiert. Bei der Suche nach einem Wegweiserschild des Albtraufgängers musste ich von Geislingen an der Steige hinauf auf die Albhochfläche bei der Schildwacht steigen. Dort befindet sich tatsächlich das erste Wegweiserschild des Albtraufgängers, wenn man von Geislingen aus startet. 

Liegt das Fehlen einer solchen Beschilderung in Geislingen vielleicht daran, dass die Schilder beim Albtraufgänger nicht an Stahlmasten - wie bei fast allen anderen Wanderwegen in Europa - sondern an Holzmasten befestigt sind und diese Holzmasten nicht in der städtischen Umgebung montiert werden können?

Fazit
Es ist zur Zeit eine gewisse Inflation bei der Neuschaffung zertifizierter Wanderwege zu beobachten. Der beabsichtige Effekt - die Förderung des modernen Wanderns - kann sich aber schnell ins Gegenteil verkehren, wenn die potenziellen Nutzer feststellen, dass die Wanderwege den Versprechungen nicht genügen. Im eigenen Interesse sollten die Wegbetreiber somit alles daransetzen, dass die Wege bei der Beschilderung keine eklatanten Defizite aufweisen. Das gilt für den Albtraufgänger umso mehr. Denn für diesen Weg wurden auch öffentliche Mittel der Region Stuttgart eingesetzt.

http://www.erlebnisregion-schwäbischer-albtrauf.de

Siehe auch:
Albtraufgänger - ein Weg mit Verbesserungspotenzial im Post vom 24.10.2010 in diesem Blog

Weitwanderwege "Albsteig" und "Albtraufgänger" laufen ohne Koordination nebeneinander her im Post vom 24.08.2016

Abschnitte des Albtraufgängers in diesem Blog:

1. Etappe
Weitwanderweg Albtraufgänger bei Wiesensteig im Post vom 05.12.2015

2. Etappe
Auf den Weitwanderwegen Albtraufgänger und Albsteig zum Fuchseck im Post vom 27.10.2015 

3. Etappe

Weitwanderweg Albtraufgänger beim Wasserberg im Post vom 12.10.2015

Weitwanderweg Albtraufgänger von Gingen an der Fils zum Burren im Post vom 02.10.2015

4. Etappe

Weitwanderweg Albtraufgänger bei Geislingen/Steige, Teil 1 im Post vom 16.05.2015
Weitwanderweg Albtraufgänger bei Geislingen/Steige, Teil 2 im Post vom 19.05.2015

5. Etappe
Albtraufgänger von Geislingen/Steige nach Bad Überkingen im Post vom 07.09.2015
Albtraufgänger von Bad Überkingen nach Deggingen im Post vom 17.09.2015 

6. Etappe
Weitwanderweg Albtraufgänger von Deggingen über Bad Ditzenbach nach Gosbach im Post vom 17.11.2015


Abschnitte des Albtraufgängers im Blog "Wege in der Region Stuttgart":
Weitwanderweg Albtraufgänger von Gingen/Fils nach Geislingen/Steige, Teil 1 im Post vom 28.03.2015
Weitwanderweg Albtraufgänger von Gingen/Fils nach Geislingen/Steige, Teil 2 im Post vom 03.04.2014
Der neue "Goißatälesweg" von Wiesensteig nach Bad Ditzenbach-Gosbach im oberen Filstal im Post vom 23.10.2015
(Der Goißatälesweg ist die Ergänzung zum Albtraufgänger und verbindet die beiden Enden des Albtraufgängers miteinander.)

Hier gibt es eine Übersicht über die Qualitätswege Wanderbares Deutschland auf der Schwäbischen Alb. Von dort sind die Artikel in diesem Blog verlinkt, die einzelne Wege zum Thema haben. 

Der Weitwanderweg Albtraufgänger führt auch durch das Obere Filstal. Das Obere Filstal ist eine der Top-Regionen der Schwäbischen Alb. Hier gibt es eine Übersicht über das Obere Filstal. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dieser Region befassen, verlinkt.   

Das Markierungszeichen des Weitwanderwegs Albtraufgänger ist ein geschwungenes schwarzes T auf gelbem Grund, teilweise ergänzt um einen Richtungspfeil. Sofern das Markierungszeichen in der Form eines Schildes vorhanden ist, ist zusätzlich der Schriftzug Albtraufgänger aufgedruckt.
 
Markierungszeichen des Albtraufgängers, aufgemalt auf einen Baumstamm

An wichtigen Stellen im Verlauf des Albtraufgängers ist eine Beschilderung vorhanden, mit der Angabe des Standorts, des Wegnamens sowie der nächsten Ziele und der Entfernungen. Ein Kuriosum sind die Holzmasten an Stelle der sonst in fast ganz Europa üblichen Stahlmasten.
An den Startpunkten der einzelnen Tagesetappen des Albtraufgängers befindet sich eine Infotafel mit einer Kartendarstellung des gesamten Wegs, Höhenprofilen und weiteren Informationen zum Weg.
               

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