Sonntag, 11. Januar 2015

Die Nikolaushöhle bei Veringenstadt

Die Nikolaushöhle befindet auf der orographisch linken Seite der Lauchert an einem Prallhang direkt südlich über der Altstadt von Veringenstadt.

In der Umgebung von Veringenstadt im Laucherttal gibt es überdurchschnittlich viele Höhlen. Diese Höhlen sind nicht besonders lang. Sie zeichnen sich jedoch durch relativ große Öffnungen aus.

Zwei Höhlen erheben sich direkt über der Altstadt von Veringenstadt, die Göpfelsteinhöhle und die Nikolaushöhle. Diese letztgenannte Höhle ist das Thema im heutigen Post in diesem Blog. Von der Altstadt aus, sowie vom Lauchertufer und auch vom Burgberg nördlich der Altstadt aus kann man die große Öffnung der Nikolaushöhle gut sehen. 

Die Nikolaushöhle liegt auf einer Höhe von 670 m ü NN und ca. 40 Meter über dem Laucherttal. Die Höhle ist 30 Meter lang, 10 bis 15 Meter breit und 5 Meter hoch. Der Höhlenboden steigt nach hinten an. Das Gestein ist Weißjura epsilon und Weißjura zeta.  Die Nikolaushöhle ist auch als Geotop ausgewiesen.


Eine im Höhleneingang angebrachte Tafel informiert über die Geschichte der Höhle. Zahlreiche Skelettreste belegen demnach, dass die Höhle während der letzten Eiszeit vor 120.000 bis 10.000 Jahren über Jahrtausende vom Höhlenbären als Winterschlafquartier aufgesucht wurde. Archäologische Grabungen in der Höhle fanden in den Jahren 1862, 1893, 1910 und 1934-1937 statt. Gefunden wurden: Altsteinzeitliche Feuerstein- und Knochenwerkzeuge, Steinbeile und Tonscherben der Jungsteinzeit, Bronzezeitliche Nadeln, Ringe und Messer, eine Gussform aus Sandstein, Tonscherben der Bronzezeit, Eisenzeit, Römerzeit sowie der Völkerwanderungszeit und die Schnalle eines Gürtels der Völkerwanderungszeit.

Der Name der Nikolaushöhle wird wie folgt hergeleitet: Seit alters versammelt sich jeweils am Sonntag vor dem Nikolaustag die Jugend von Veringenstadt um ein Feuer in der Höhle.

Wie kommt man hin?
Veringenstadt liegt im Laucherttal an der Bundesstraße 32 und an der Bahnstrecke der Hohenzollerischen Landesbahn. Diese Bahn fährt leider an Sonn- und Feiertagen so gut wie nicht. Vom Bahnhof sind es ca. 600 Meter bis zur Altstadt von Veringenstadt. In der Altstadt gibt es mehrere öffentliche Parkplätze. Zur Altstadt muss man von der B 32 an den Anschlussstellen Veringenstadt Süd oder Nord abfahren.

Sowohl westlich als auch östlich der Altstadt von Veringenstadt führt eine Straßenbrücke über die Lauchert. Für den Besuch der Nikolaushöhle muss man die Lauchert auf der Brücke westlich der Altstadt queren. Auf der Westseite dieser Brücke biegt man nach links in die Straße "Bei der Lochmühle" ein und folgt der Lauchert ca. 300 Meter flussaufwärts. Dann zweigt nach rechts der Fußweg ab, der mit einer Kehre zum Portal der Nikolaushöhle ansteigt. Man kann wenige Meter in die Höhle hineingehen.      

Siehe auch:
Die Göpfelsteinhöhle bei Veringenstadt im Post vom 27.12.2014 in diesem Blog
Bittelschießer Höhle bei Bingen im Post vom 20.07.2012

Blick über die Altstadt von Veringenstadt hinweg auf das Portal der Nikolaushöhle (rechte Bildhälfte)
Blick vom Burgweg nördlich der Altstadt von Veringenstadt in Richtung Süden auf die Lauchert und den Eingang der Nikolaushöhle
Über der Lauchert befindet sich das große Portal der Nikolaushöhle.
Ein mit Geländer gesicherter Fußweg führt am Prallhang der Lauchert entlang hinauf zum Portal der Nikolaushöhle.
Blick aus der Nikolaushöhle in Richtung Nordnordwesten auf die Lauchert und das Portal der Göpfelsteinhöhle bei Veringenstadt.

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